Konflikt - Krise - Gewalt

Unterstützung für Männer im Problemkreis Konflikt - Krise - Gewalt. Gewaltprävention richtet sich leider immer noch fast ausschließlich an die möglichen Opfer von Gewalt: von Mädchen und Frauen wird erwartet, dass sie ihr Verhalten ändern, damit sie nicht zu Opfern werden. Wir fordern einen Perspektivenwechsel: Prävention sollte sich in erster Linie an potentielle Täter richten, an Männer und Jungen, damit der Kreislauf von Gewalt unterbrochen wird. Die meisten Männer sind lernfähig; sie können Verantwortung für ihr gewalttätiges Verhalten übernehmen, deshalb muss man sie dabei unterstützen und ihnen Angebote machen, die - wie sich schon seit langem zeigt - Erfolg versprechend sind.


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Beratung für Männer mit Gewaltproblemen in der Partnerschaft

Männer, die mit ihrer Partnerin immer wieder in Streit geraten und nach einem Ausweg suchen, sollten uns anrufen und einen Termin mit uns vereinbaren. Wir nehmen uns Zeit, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

In akuten Krisen, wenn es also darum geht, eine Eskalation zu verhindern und die innere Aufregung auf ein verträgliches Maß zu dämpfen, damit es nicht zu gewalttätigen Übergriffen kommt, vergeben wir in der Regel Termine innerhalb von 24 Stunden, innerhalb von 48 Stunden werden Beratungstermine garantiert. Unser Anrufbeantworter wird regelmäßig abgehört, wir rufen zurück.

Wenn ein Mann in der Familie oder gegenüber einer Frau, einem Kind oder gegenüber einem Mann schon einmal oder öfter gewalttätig geworden ist, dann ist dies immer ein Signal dafür, dass dieser Mann in einer Krise steckt und Hilfe braucht. Der Mann sollte sich dann mit uns so bald wie möglich in Verbindung setzen. Wir unterstützen ihn, um von der Gewalttätigkeit loszukommen.

Beratungen von Mann zu Mann unter vier Augen oder auch Gespräche in der Gruppe mit anderen Männern, denen es ähnlich ging, können helfen, Lösungswege aufzuzeigen, um sich in Zukunft besser helfen und auf Gewalt verzichten zu können.

Voraussetzung für unser Beratungsangebot ist immer die Bereitschaft, Hilfe annehmen zu wollen.

Viele Männer verstehen nicht, wie es zu ihrer Gewalttat kommen konnte. In solchen Fällen ist die Gefahr besonders groß, dass sich ein ähnliches Ereignis wiederholen kann. In solchen und in anderen Fällen kann Beratung auch zu dem Ergebnis führen, dass es sinnvoll wäre, sich über einen längeren Zeitraum auf Beratungen/Therapie einzulassen.

Zur Finanzierung unserer Einzel- und Gruppenberatung müssen wir Honorare in Rechnung stellen, auf die unsere Beratungsstelle aufgrund von Kürzungen öffentlicher Zuschüsse angewiesen ist. Falls jemand über keine oder nur geringe Einkünfte verfügt, richten wir uns nach der jeweiligen finanziellen Situation. Wer in einer schwierigen finanziellen Situation steckt und über keine Mittel verfügt, erhält bei uns kostenlose Beratungen. In manchen Fällen gibt es auch die Möglichkeit, z.B. über das Sozialamt oder das Jugendamt, auch mit Unterstützung der Bewährungs- oder Gerichtshilfe, die Finanzierung von Beratungen zu erreichen. Man sollte sich durch diese Situation nicht entmutigen lassen.

Männer, die mit uns Kontakt aufnehmen wollen, wenden sich bitte an das
Männertelefon 069/49 50 446
und lassen sich einen Termin bei unseren Mitarbeitern geben. Man kann auch auf den Anrufbeantworter sprechen und eine Telefonnummer oder Anschrift hinterlassen, wir rufen oder schreiben zurück.

Unsere hauptamtlichen Mitarbeiter sind therapeutisch ausgebildet (Gestalttherapie, psychoanalytische Beratung, Familientherapie) und nehmen regelmäßig an psychoanalytischen Fallsupervisionen teil.

Peter Krichtel, Gestalttherapeut
Johannes Strohmeier, Familientherapeut, psychoanalytischer Berater
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Beratung von Männern, die Opfer von Gewalt geworden sind

Männer tun sich aufgrund der ihnen unterstellten Wehrhaftigkeit oft schwer, über ihre Opfererfahrungen zu sprechen. Bei uns finden Sie Unterstützung und Beratung.

Männer werden häufiger als allgemein wahrgenommen Opfer von Gewalt, überwiegend von Seiten anderer Männer, aber auch in der Partnerschaft von Seiten der Frau oder auch in der Kindheit von Seiten der Mutter oder des Vaters. Über solche Erfahrungen zu reden, ist für viele Männer beschämend, da sie den traditionellen Vorstellungen vom wehrhaften Mann nicht entsprechen.
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Beratung für Männer und männliche Jugendliche

Beratung für Männer und männliche Jugendliche als Täter von sexuellem Missbrauch, sexueller Belästigung, Exhibitionismus, Vergewaltigung

Wenn ein Mann oder ein männlicher Jugendlicher eine sexuell gefärbte Gewalttat begangen hat, sollte dies immer als ein Alarmsignal auch dahingehend verstanden werden, dass Wiederholungsgefahr besteht. Der betreffende Mann oder Jugendliche sollte deshalb unmittelbar und gezielt veranlasst werden, sich einer Auseinandersetzung über sein Verhalten zu stellen.

Druck auf den Täter ist bei Gewaltdelikten oft eine notwendige Voraussetzung, um ihn zur Teilnahme an Beratungen zu bewegen. Täter von Gewaltdelikten sind sehr oft nicht von sich aus imstande, um Beratung nachzusuchen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt: die Ergebnisse von Behandlungen bei Sexualdelinquenten, die unter Druck begonnen wurden, sind qualitativ vergleichbar mit denen von freiwilligen Behandlungen.

Oft zeigt sich, dass der Täter versucht, sich durch Lügen, Verzerrungen und Verleugnungen zu verteidigen; er will den Schaden, den er bei dem Opfer angerichtet hat, nicht wahrnehmen. Je früher eine Bearbeitung einsetzt, desto größer ist die Chance, dem Täter Einsicht in verantwortungsvolles Verhalten zu ermöglichen.

Erfahrungen aus dem In- und Ausland in der Arbeit mit Tätern zeigen, dass Gruppenarbeit in den meisten Fällen zu den erfolgversprechendsten Ergebnissen führt.

Unsere Gruppe für Sexualdelinqenten wird von zwei Kollegen geleitet, die psychoanalytische Zusatzausbildungen zur Beratung bei sexuellen Störungen haben und regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zum Thema "Beratung/Therapie von Sexualdelinquenten" besuchen. Die Teilnahme der Kollegen an psychoanalytischen Fallsupervisionen ist garantiert.

Darüber hinaus bieten wir auch Einzelberatung/Therapie bei sexueller Gewalt an, wenn dies sinnvoll erscheint.

Peter Krichtel, Gestalttherapeut
Johannes Strohmeier, Familientherapeut, psychoanalytischer Berater und Sexualtherapeut
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Beratung und Unterstützung für Männer, die als Jungen sexuell missbraucht wurden

Das Männerzentrum bietet für Männer, die als Jungen sexuell missbraucht wurden, Unterstützung und Beratungen an.

Probleme, die im Erwachsenenalter in Zusammenhang mit erlittenem Missbrauch in der Kindheit auftreten, können sich auf sehr unterschiedliche Weise äußern.

Wenn z.B. der Sohn in das Alter kommt, in dem man selbst missbraucht wurde, kann sich das Problem als extreme Sorge um das Wohl des eigenen Sohnes darstellen. Es kann auch sein, dass man als Folge langdauernden Missbrauchs selbst auf Kinder einer Altersgruppe sexuell fixiert ist, in der der eigene Missbrauch stattgefunden hat oder es kann sein, dass der erlittene Missbrauch zu Isolation und Kontaktarmut im täglichen Leben geführt hat.

In all diesen und anderen Situationen kann es hilfreich sein, mit einem anderen Mann Gespräche zu führen, um aus dem Gefängnis der schlechten Gefühle herauszufinden.

Literaturempfehlung: Mike Lee: Als Junge missbraucht, wie Männer sexuelle Ausbeutung in der Kindheit verarbeiten können. Kösel Verlag, München 1993, 398 Seiten
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Beratungen für Männer, deren Partnerinnen/Partner sexuell missbraucht wurde

Wir bieten Unterstützung an.
Oft erfahren Männer erst nach Jahren des Zusammenlebens mit ihrer Partnerin, dass diese in der Kindheit oder Jugend sexuell missbraucht wurde. Der Mann sieht sich dann oft starker Kritik und Aggression von Seiten der Partnerin ausgesetzt oder ist quasi als Therapeut gefordert. Oft kommt es zu einer (ggf. vorübergehenden) Trennung. Die Partnerschaft ist in solchen Konflikten immer sehr starken Belastungen ausgesetzt. Deshalb kann für den Mann eine beraterische Begleitung über längere Zeit sehr sinnvoll sein. Auch ein Austausch mit anderen Männern, denen es ähnlich geht, kann hilfreich sein.

Literaturempfehlung: Laura Davis: Verbündete, ein Handbuch für Partnerinnen und Partner sexuell missbrauchter Frauen und Männer. Berlin 1992
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Paarberatung: für Paare in eskalierenden Beziehungskonflikten

Wenn in einer Partnerschaft der Streit zu schnell eskaliert, kann es auch sinnvoll sein, eine Paartherapie im Männerzentrum wahrzunehmen. Ein therapeutischer Vermittler kann helfen, existenzielle Themen, die mit heftigen Gefühlen begleitet sind, so miteinander zu besprechen, daß nicht gegenseitige Verletzungen und Kränkungen jede Veränderung der Beziehung torpedieren.

Die Eskalation in der Beziehung wahrzunehmen und zu beenden, kann oft zu einer gemeinsamen Verständigung darüber führen, was beide von der Paarbeziehung erwarten und wünschen. Erst nach dieser gemeinsamen Neubestimmung ist es oft möglich zu klären, ob und wie die Beziehung weitergehen kann.

Literaturempfehlung: Johannes Strohmeier: Paardynamik und Verstrickung in die Eskalation bei männlicher Gewalt in der Partnerschaft aus psychoanalytischer Sicht. Vortrag bei der Fachtagung "Was tun nach der Anzeige? Hilfsangebote für Männer, die ihre Partnerinnen nicht mehr schlagen wollen." In: Dokumentation der Fachtagung "Was tun nach der Anzeige? Hilfsangebote für Männer, die ihre Partnerinnen nicht mehr schlagen wollen". 21. September 2001 im Bürgerhaus Gutleut in Frankfurt am Main.
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Beratung und Gruppentherapie für Männer, die Kinderpornografie aus dem Internet heruntergeladen haben

Seit dem 19. Juli 2006 trifft sich im Männerzentrum eine neue therapeutisch geleitete Gruppe für Männer, die Kinderpornografie aus dem Internet heruntergeladen haben und gegen die ein Strafverfahren eingeleitet wurde. Männer, die von ihrer Kinderpornosucht loskommen und ihre Lebenskrise bewältigen wollen, können bei uns Termine vereinbaren.
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Fortbildungen und Kooperationen

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